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Sowohl im gewerblichen Handwerksbetrieb als auch für den privaten Gebrauch ist es nicht nur wichtig, das richtige Werkzeug zu besitzen, sondern dieses auch jederzeit samt Zubehör griffbereit zu haben. Denn: Von einer durchdachten Werkzeug-Sortierung profitieren Mensch und Material gleichermassen. Je besser das Lager oder die Werkstatt sortiert sind, desto weniger Zeit benötigen Sie bei den unterschiedlichen Tätigkeiten, um das passende Werkzeug dafür zu finden. So sparen Sie täglich Zeit und in jedem Fall Nerven.

Doch auch das Werkzeug selbst profitiert von einer durchdachten und korrekten Werkzeug-Sortierung, bei der nirgendwo Öl ausläuft oder sich ungewollt Staub und Schmutz in Filtern oder mechanischen Bestandteilen ansammelt. So ist das Werkzeug gleichermassen einfach zu finden und stets in einem einsatzbereiten Zustand. Mit unserem How-to zeigen wir Ihnen, was Sie beim Sortieren Ihres Werkzeugs beachten müssen und wie Sie schnell zu einer sinnvollen Lagerorganisation finden.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihren Werkzeug-Bestand

Um das für Sie richtige Sortiersystem für Ihr Werkzeug zu finden, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über alle Werkzeuge und Werkzeugtypen verschaffen, die in Ihrer Werkstatt oder an Ihrer Fertigungsstation vorhanden sind.

Einige der Werkzeuge benötigen möglicherweise eine Werkzeugaufbewahrung, die bestimmte Sicherheitsvorschriften erfüllen muss. Andere Arbeitsgeräte sind hingegen nur mit umfangreichem Zubehör zu nutzen, das dem passenden Werkzeug zugeordnet werden sollte.

Erst wenn Sie einen kompletten Überblick über Ihr Werkzeugsortiment gewonnen haben, wissen Sie, welche Sortier-Systeme in Frage kommen und welche Anschaffungen Sie dazu unter Umständen vornehmen müssen. Möglicherweise fallen Ihnen hierbei sogar Werkzeuge ins Auge, die eine Reparatur oder umfangreiche Reinigung benötigen oder sogar ausgetauscht werden müssen.

Sortieren Sie das Werkzeug nach Häufigkeit des Gebrauchs

Im zweiten Schritt stellen Sie die Werkzeuge nach Kategorien zusammen. Sortieren Sie beispielsweise Sägen, Hämmer, Zangen, Schraubenschlüssel etc. übersichtlich auf einer Fläche. Je nach Gewerk können Sie auch eine Kategorie von Hauptwerkzeugen zusammenstellen, die sich stets griffbereit an der Werkbank befinden müssen und keine besondere Sicherheitsaufbewahrung benötigen.

In der Holzverarbeitung werden Sie zum Beispiel eher Sägen und Zwingen griffbereit benötigen, während bei der Reparatur von Elektrogeräten Schraubenzieher, Messgeräte und Löt-Werkzeug direkt an der Werkbank verfügbar sein sollten. Für Werkzeuge, die seltener in Gebrauch sind, sollte das Werkzeug dahin sortiert werden, wo es gut zu erreichen ist, aber dennoch nicht in Arbeitsplatznähe aufbewahrt werden muss.

Lagern Sie Werkzeug getrennt von Zubehör, Schmier- und Reinigungsmitteln

Werkzeugzubehör wie Verlängerungen, Spezialaufsätze oder Ersatzteile sollten ebenfalls in Kategorien sortiert und anschliessend getrennt aufbewahrt werden. So bietet es sich an, Aufsätze für verschiedene Bohrmaschinen nach Aufsatzgrösse geordnet zusammen zu lagern, während Ersatzteile wie Sägeblätter oder Schleifpapier getrennt davon verräumt werden.

Besonders bei der Aufbewahrung von Reinigungsmitteln und Schmier- bzw. Klebemitteln sollte auf eine Trennung geachtet werden, damit es auch in der Hektik nicht zu Verwechslungen kommt. Zudem sollten bestimmte Chemikalien, die zur Schmierung oder Kühlung von Werkzeugen benötigt werden, den Herstellerangaben gemäss aufbewahrt werden.

Werkstattzubehör richtig sortieren

Neben den Werkzeugen gehören zu Ausstattung einer Werkstatt meist auch Besen und Kehrblech, Putzmittel, Müllsäcke, Eimer oder Zubehör zum Arbeitsschutz. Auch diese Hilfsmittel sollten sinnvoll sortiert und an einem geeigneten Platz gelagert werden.

Mit passenden Hilfsmitteln Werkzeug richtig sortieren

Handwerker hängt Werkzeug an der Wand auf

Nachdem Sie sich einen umfassenden Überblick über das vorhandene Material, Werkzeuge und Zubehör verschafft haben, können Sie sich nun den Hilfsmitteln für die richtige Werkzeugsortierung widmen. Dabei lassen sich selbst kleine Räume hervorragend ausnutzen, indem Sie hier mit cleveren Aufbewahrungshilfen für Ordnung sorgen.

1.      Werkzeug an Wänden sortieren

Die Wand direkt hinter der Werkbank kann mit diversen Halterungen ausgestattet werden. Je nach Gewerk lassen sich dort Werkzeuge wie Schraubenzieher, Stechbeitel oder Zangen an der Wand in Sichthöhe anbringen. Sie sind dort nicht nur bequem zu erreichen, sondern auch gut vor Flüssigkeiten und Verunreinigungen geschützt, die beim Arbeiten mitunter anfallen. Je nach Bedarf lassen sich die Werkzeuge hier sogar nach Bearbeitungsarten wie Sägen, Schrauben oder Feilen sortieren.

2.      Einen Werkstattwagen nutzen

Platzieren Sie die täglich oder regelmässig benötigten Werkzeuge in praktischen mobilen Werkstattwagen, damit Sie diese jederzeit zur Hand haben. Der Werkstattwagen ist mit verschiedenen Schubladen und Fächern ausgestattet, sodass Sie darin Ihre Werkzeug-Grundausstattung, aber auch Zubehör und Kleinteile bündeln können. Mobile Werkstattwagen mit kleiner Arbeitsfläche können ausserdem zum Einsatzort gerollt werden, sodass Sie beispielsweise direkt neben einem zu reparierenden Pkw oder einer Maschine arbeiten können.

3.      Werkzeug in Schränken und Regalen sortieren

Ihre Elektrowerkzeuge und seltener benötigtes Zubehör lassen sich in robusten Werkzeugschränken oder Regalen aufbewahren. Schränke bieten ausserdem ausreichenden Schutz für empfindliche Geräte, weil sie dort vor Staub oder Flüssigkeiten geschützt gelagert werden. Auch empfindliche Messgeräte sollten idealerweise in einen Gerätekoffer eingeordnet innerhalb eines geschlossenen Schranks aufbewahrt werden.

4.      Werkzeug-Umverpackung nutzen

Vor allem Werkzeuge, die Sie in Sets erwerben, kommen meist schon herstellerseitig mit den passenden Sortierlösungen: So sind viele Elektro-Werkzeuge wie Akkubohrmaschine oder Schlagbohrmaschinen, inklusive ihrem jeweiligen Zubehör, ideal in den Originalkoffern aufzubewahren. Bit-Sets hingegen sind häufig in praktischen Kästen mit passenden Filzlagern erhältlich, die das Werkzeug inklusive Zubehör stoss- und kratzfest sortieren und lagern.

5.      Sortierkästen für Werkzeugkleinteile

Sehr kleinteiliges Werkzeug wie Schrauben, Dübel, Muttern oder Unterlegscheiben lassen sich perfekt in Koffer, Kleinteilelager oder Einsätze für Schubladen sortieren, die über entsprechende abgetrennte Fächer verfügen. Hier erreichen Sie nicht nur alles benötigte Zubehör schnell und ohne langes Suchen, sondern sehen auch auf einen Blick, wenn bestimmtes Zubehör nachbestellt werden muss.

Don’ts beim Werkzeugsortieren

Damit Ihr Werkzeug stets sicher, sauber und einsatzbereit ist, sind folgende Punkte beim Sortieren von Werkzeug zu vermeiden:

  • Defektes Werkzeug lagern: Defektes oder nicht mehr voll funktionstüchtiges Werkzeug stellt für Sie und Ihre Mitarbeiter ein Sicherheitsrisiko dar und sollte daher nicht am üblichen Platz aufbewahrt werden. Ist in Ihrer Werkstatt kein zusätzlicher Platz für reparaturbedürftiges Werkzeug vorhanden, sollten Sie es zumindest als defekt kennzeichnen.
  • Verschmutztes Werkzeug wegsortieren: Lagern Sie Werkzeuge, an denen noch Öl oder Schmutz vom letzten Einsatz kleben, riskieren Sie, die Lebenszeit und Funktionstüchtigkeit des Werkzeugs durch Rost und Schädigung empfindlicher Bauteile zu schmälern. Vor jeder Einlagerung sollte das Werkzeug also immer gründlich gereinigt werden.
  • Unvollständiges Werkzeug aufbewahren: Fehlen bei bestimmten Werkzeugen wichtige Zubehörteile oder ist das Werkzeug anderweitig durch Unvollständigkeit nicht mehr sofort einsatzbereit, sollte es nicht in Ihr jeweiliges System einsortiert werden. Dadurch wird nur wertvoller Platz weggenommen und Zeit beim Suchen nach dem richtigen Zubehör verschwendet.

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